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Lexikon rund um den Hund - Buchstaben N bis P
| Quarantäne | |||||||
| Rangordnung | Rangordnungsphase | Rauschgifthunde | Rettungshunde | Revieren | Riboflavin | Ringelrute | Rohasche |
| Rohfaser | Rohfett | Rudel | Rudelordnungsphase |
Quarantäne
Befristete Absonderung von krankheitsverdächigen Tieren, um die Übertragung von Seuchen zu verhindern.
Befristete Absonderung von Tieren, um die Einschleppung von Seuchen zu verhindern; z.B. erfordelich bei Einfuhr eines Hundes nach England.
Rangordnung
Verteilung von Rechten und Pflichten innerhalb eines Rudels von Wölfen, Hunden. Ranghohe Tiere haben bevorzugten Zugriff zu Nahrung, Ruheplätzen der Paarung, andere haben Wach- oder Verdeidigungsfunktionen. Die Rangordnung trägt zur Stabilisierung der Gruppe bei.
Unsere Hunden besitzen noch das Verhaltensinventar der Urahnen, doch in stark eingeschr&auzml;nktem Masse. Sie brauchen es auch nicht, denn die Rangordnung besteht nur noch zwischen seinen HF (Herrn, Familie und Hund).
Dabei sollte der HF sich allerdings als Meuteführer auch bewähren und für seinen Hund einstehen, wie es der ranghohe Wolf für seine Rudelmitglieder tat .
Rangordnungsphase
13 - 16. Lebenswoche
Grundsätzlich entwickelt sich die Rangordnung innerhalb der Welpenschon in den ersten Lebenswochen. Die körperliche Entwicklung in der vegetativen Phase steht in einem direkten Zusammenhang mit der Entwicklung der Rangordnung. Der Welpe, der sich am stärksten entwickelt wird in der Regel auch der Ranghöchste und derjenige der sich am schwächsten entwickelt der Rangniedrigste.
Rangordnung ist aber nicht nur bestimmt durch die körperliche Stärke. Bei einem lernenden Wesen, wie dem Hund ist es auch eine Frage der Intelligenz. Wenn ein Welpe mit schneller Auffassungsgabe mehr Futter ergattert, hat er die Aussicht, stärker als seine Geschwister zu werden. Dies kann zu der Meinung führen das Rangordnung nur etwas mit körperlicher Kraft zu tun hat.
In dieser Rangordnungsphase gibt es nun nicht mehr nur lausbubenhafte Rangeleien, die mit immer mehr Geschrei verbunden sind, sondern es werden jetzt auch immer mehr Mutproben geliefert, bei denen es auf seelische Widerstandskraft allein ankommt (Wesensfestigkeit).
So kommt es jezt öfter vor, dass beim Spielen ein einzelner Welpe von mehreren anderen mit viel Geschrei, Gebelle und Knurren eingeschüchtert wird. Er wird vor eine Art "Mutprobe" gestellt.
Wollen wir, als Mensch, diese Zeit "artgemäß" nutzen, dann brauchen wir nur nachzuahmen, was der Vater-Rüde macht. Er baut jetzt alle Spiele mit dem Welpen aus, insbesondere die Jagd- und Beutespiele, und er "schult" sie dabei zum brauchbaren Jagdgehilfen. Auch wir können jetzt schon den Junghund weiter fordern, wenn wir durch sinnliche Belohnung das gewünschte Verhalten aus dem Spiel herausarbeiten. Das gilt besonders für die Unterordnungs- und Gehorsamsübungen, die wir jetzt täglich ein wenig schulen können, aber möglichst nicht länger als eine Viertelstunde lang.
Der Welpe erkennt in diesem Lebensabschnitt keineswegs mehr die rohe Gewalt an, sondern sieht die Überlegenheit desjenigen, dem er sich unterordnen soll, auf höherer Ebene. Er will die Autorität anerkennen können, denn sie allein gibt ihm die Sicherheit, dass Können und Erfahrung des Rudelführers sein Überleben sichern.
Das Spiel mit dem Hund wird nicht mehr nur eine Übung des Könnens sondern auch eine gruppenbindende Verhaltensweise. Die Freude liegt nicht mehr nur, wie im Welpenalter, an dem Entdecken des eigenen Könnens, an der Bewegung, sondern am "Miteinander".
Rauschgifthunde
Es wird oft befürchtet, dass Rauschgifthunde süchtig gemacht werden und es ist deshalb vorweg festzustellen, dass das nicht der Fall ist.
Bei der Ausbildung eines überdurchschnittlich suchfreudigen Hundes mit hervorragendem Geruchssinn wird das als Lernobjekt verwendete Rauschgift dick verpackt und umwickelt, zumal der Hund ja lernen muss, den Geruch durch raffinierte Tarnungen hindurchzuspüren. Gelernt wird auf spielerischer Basis, d.h. der HF und sein Hund spielen mit dem verpackten Objekt so lange, bis der Hund das Päckchen genau kennt und als sein Eigentum betrachtet, dann wird es versteckt, Sucherfolge werden belobt und durch ein wenig weiteres Spielen mit dem Objekt belohnt.
Beim Einsatz zeigen die Hunde den Fund durch Scharren und aufgeregtes Wedeln an.
Rettungshunde
Hunde
Grundsätzlich kann jeder mittelgroße Hund egal ob reinrassig oder Mischling zum Rettungshund ausgebildet werden. Am häufigsten sind "Gebrauchshunde" Rassen wie z.B. Schäferhund, Border Colly oder Retriever. Der Hund sollte nicht älter als drei Jahre sein. Ideal ist es, wenn er mit der Ausbildung schon im Welpenalter beginnen kann. Der Hund muß körperlich gesund und leistungsfähig sein. Außerdem sollte er wesensfest sein und eine gute Bindung zu seinem Hundeführer haben. Er darf nicht ängstlich oder nervös und auf gar keinen Fall aggressiv sein. Ein ausgeprägter Jagdtrieb darf nicht vorhanden sein, aber ein besonderer Spieltrieb kann für die Arbeit sehr gut genutzt werden.
Hundeführer
Der Rettungshundeführer ist mind. 18 Jahre alt und in der Regel Mitglieder einer Rettungsorganisation wie z.B. DRK, ASB usw.. Er hat eine umfangreiche Ausbildung im Sanitätsdienst, Einsatztaktik, Erste Hilfe am Hund, Kynologie, Hundeausbildung, Trümmerkunde, Verhalten im Einsatz und Lufttransport und vielem mehr. Er sollte körperlich und geistig voll belastbar sein.
Einsatzmöglichkeiten
Flächensuche
Die Flächensuche wird bei vermißten Personen, z.B. von Schockopfern, orientierungslosen Personen, hilfsbedürftigen, bzw. kranken Personen, die z.B. Medikamente benötigen, vermißten Kindern in unwegsamen und unübersichtlichem Gelände durchgeführt.
Trümmersuche
Die Trümmersuche wird nach Einstürzen von Bauwerken jeder Art, Gasexplosionen, Unglücksfällen in Tunneln und Stollen, Flugzeugabstürzen und Erdbeben zum schnellen Auffinden von verschütteten Personen durchgeführt. Der Suchhund läßt sich aufgrund seiner hochentwickelten und trainierten Geruchsorgane bei der Sucharbeit weder von den verschiedensten Gerüchen, Rauch und Lärm noch durch Geräte der Rettungsmannschaften ablenken. Der Trümmersuchhund zeigt seinem Hundeführer durch Bellen die Stelle an der die Rettungsmannschaften mit der Rettung der verschütteten Person beginnen sollen. Die Anzeige kann auch durch "ablegen" oder "bringseln" erfolgen.
Trailingsuche
Ursprünglich stammt diese Methode aus dem Bloodhoundtraining und wurde hier anfangs für das Aufspüren entflohener Sklaven, später zum Aufspüren flüchtiger Krimineller und Vermißter angewandt. Noch heute werden Bloodhounds in den USA hierzu ausgebildet, selbst in der Schweiz sind diesbezügliche Bestrebungen bei der Polizei im Gange. Im RH Bereich wird diese Methode erst seit relativ kurzer Zeit angewandt, hier jedoch in der Regel nicht mit Bloodhounds (die sich in Deutschland im RH Bereich fast nicht finden) sondern mit jeglichen Rassen und auch Jagdhunden. Mit der Zeit zeigte sich, daß auch viele andere Hunde hierzu geeignet sind und effektiv zur Vermißtensuche eingesetzt werden können. Ein direkter Vergleich zwischen Bloodhounds, denen man schier Unglaubliches in diesem Bereich nachsagt, und anderen Rassen / Mischungen ist in Deutschland nicht möglich, jedoch sind die Resultate bei den anderen Rassen derart überzeugen, daß sie das Einsatzspektrum bei der Vermißtensuche extrem erweitern.
Im Gegensatz zur normalen Fährtensuche (Tracking) ist der Trailinghund in der Lage anhand eines Geruchsmusters die Fährte eines Vermissten aufzunehmen und diese über weite Strecken, sowohl im Gelände als auch in der Stadt zu verfolgen. Während der Fährtenhund sich anhand von Geruchspuren der Bodenverletzungen, chemischen Prozessen etc. orientiert und deswegen zwangsläufig mit tiefer Nase direkt über dem Boden sucht, arbeitet der Trailinghund indem er sich ausschließlich am Individualgeruch des Vermissten orientiert. Dieser Geruch findet sich, da sehr von den Windverhältnissen anhängig, über der eigentlichen Fährte schwebend, weshalb der Trailer immer mit hoher Nase sucht.
Wassersuche
In seltenen Fällen werden inzwischen Rettungshunde auch bei der Ertrunkenensuche eingesetzt.
Wassereinsätze sollten jedoch nur von erfahrenen Teams durchgeführt werden, da die Hunde sich nicht so verhalten wie bei einer Suche an Land. Bei der Verschütteten- oder Vermisstensuche kann der Hund sich selber auf den Vermissten zubewegen. Bei der Ertrunkenensuche ist dies dem Hund nicht möglich. Er muß im Boot bleiben und warten bis er zu dem Geruch hingefahren wird. Dies bewirkt die unterschiedlichsten Reaktionen beim Hund, welche nur ein Hundeführer deuten kann, der seinen Hund sehr gut kennt.
Revieren
Beim Revieren entfernt sich der Hund etwa 50 bis 100 Meter abwechselnd zu beiden Seiten
rechts und links vom Hundeführer.
Auf diese Weise wird ein Streifen des Suchgebietes sehr gründlich vom Hund abgesucht,
während der Hundeführer nur einmal auf einer gedachten, geraden Linie durch das Suchgebiet läuft.
Riboflavin
Kaum ein Vitamin ist an derartig vielen Stoffwechselvorgängen in jeder einzelnen Körperzelle beteiligt wie . Es kommt zumeist an die sog. Flavoproteine vor. Dies sind essenziell wichtige Eiweiß-Bestandteile vieler entscheidender Enzyme und Coenzyme. An den vielfältigen und nur teilweise bekannten Funktionen dieses Vitamins wird die Hierarchie einzelner Wirkstoffe im Stoffwechsel deutlich: Während letztlich die so genannten Enzyme (Fermente) die chemischen Umwandlungen im Stoffwechsel durchführen, sind sie auf die Mitarbeit von Coenzymen angewiesen, die z.B. die Energie anliefern. Die Coenzyme beteiligen sich aber nur indirekt an den chemischen Umsetzungen. Viele Vitamine wiederum sind entweder selbst als Coenzyme tätig oder wiederum für die richtige Funktion von Coenzymen notwendig. Ihre Rolle dabei entspricht dabei genau den Aufgaben vieler Spurenelementen, die ebenfalls nur indirekt, dennoch aber unverzichtbar an chemischen Umwandlungen im Körper beteiligt sind.
Riboflavin, das wie andere wasserlösliche Vitamine nicht gespeichert werden kann, wird beim Hund teilweise durch die symbiontischen Darmbakterien zur Verfügung gestellt. Dennoch kann ein Riboflavinmangel der Nahrung zu erheblichen Krankheitssymptomen führen. Diese reichen von Appetitlosigkeit und niedriger Körpertemperatur über Apathie und fortschreitende Schwäche zum plötzlichen Kreislaufzusammenbruch und Tod. Ein chronischer Mangel dagegen führt zur Abnahme des Körpergewichts, Schwäche, Augenschäden oder Hautentzündungen. Bei trächtigen Hündinnen kommt es zu Fehlbildungen der Feten. Eine Überdosierung des Vitamins dagegen hat bei Hunden vermutlich keine Auswirkungen.
Ringelrute
Hochstehende Rute, die über den Rücken geringelt getragen wird. Zeichen der Domestikation (z.B. Appenzeller Sennenhund, Akita Inu, Spitzenrassen).
Rohasche
Rohasche besteht aus allen nichtbrennbaren Nahrungsbestandteilen. Magnesium ist der primäre Rohaschebestandteil.
Rohfaser
Die unverdaulichen Bestandteile des Futters oder Ballaststoffe. Hierfür können Stroh, Cellulose oder Erdnusshülsen verwendet werden. Rohfasern vermitteln lediglich ein Sättigungsgefühl ohne mit wichtigen Stoffen zu versorgen.
In hochwertigem Futter sind oft "Zuckerrübentrockenschnitzel" (Faserreste aus der Zuckerrübenverarbeitung), was die Verdauung von Katzen und Hunden eher fördert.
Rohfett
Rohfett bezeichnet den gesamten Anteil aus dem enthaltenen Fleisch, den Nebenerzeugnissen und den Ölen.
Allein aus dem Anteil des Rohfettgehaltes lassen sich keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität des Futter ziehen.
Rudel
Ein Rudel ist nicht mehr und nicht weniger als ein "geschlossener Verband". Ein Rudel erklärt sich nicht zwangsläufig aus verwandschaftlicher Beziehung, im Unterschied zur Familie, die Jungtiere führt.Die existenzielle Aufgabe des Rudels ist die jagdtüchtige Gemeinschaft zur Nahrungsbesorgung, nebst der geruchlichen Identifizierung als Zugehörigkeits-Ausweis.
Rudelordnungsphase
5. - 6. Monat
In der Natur sind die Junghunde nun zu vollwertigen Jagdpartnern der Elterntiere geworden. Die Rangordnung ist geklärt, was Grundlage für eine erfolgreiche Arbeitsteilung auf der gemeinsamen Jagd ist. Konrad Lorenz hat in dieser Phase festgestellt, dass stärker wolfsblütige Hunde - die "Einmannhunde" (wie z.B. der Malinois) - sich in diesem Alter für immer an einen Herrn binden. Eine solche Prägung auf den Leitwolf, die zu einer unverbrüchlichen Gefolgschaftstreue führt,mit zur Sicherung des Daseinskampfes gehört.
In dieser Phase entwickeln die Hunde plötzlich auch den Drang weitere Streifzüge, weg vom Herrn, zu unternehmen. Bei manchen kann dies mehrere Stunden in Anspruch nehmen, bei anderen zeigt sich im entfernen von einigen hundert Metern um auf einer Wiese nach Mäusen zu graben. Junghunde die bisher immer artig dem Herrn beim Spaziergang folgten beginnen nun auch einem Reh oder Hasen hinterherzujagen. Unsere Haushunde bleiben in ihrer Entwicklung in dieser Rudelordnungsphase "stecken". Sie bleiben ihr Leben lang bei uns im "Rudel", wo sie in der Natur spätestens im Frühjahr das Rudel verlassen würden um ein eigenes Rudel zu gründen.
Die gemeinsame Jagd erfordert von allen Rudelmitgliedern eine gewisse Art der Disziplin. Diese Disziplin kann der junge Hund jetzt nur von seinem Herrn erlernen, wir müssen sozusagen den Leitrüden ersetzen. Auch wenn wir keinen Dienst- oder Jagdhund ausbilden wollen, sollten wir versuchen dem jungen Hund soviel wie möglich beizubringen, auch wenn es nur kleine Kunststückchen sind oder Übungen der Unterordnung. Unser Hund befindet sich noch in einem ausgeprägten Lernstadium, und wenn wir dies nicht nützen, dann wird die psychische Struktur des Hundes verkümmern. Gerade jetzt braucht er uns als Rudelführer, von dem er als gut vorbereiteter Schüler die Besonderheiten gemeinsamer Aktionen bis zur Vollkommenheit übt. Durch diese kleinen Übungen, besonders die der Unterordnung, kann der Mensch seine Stellung als Rudelführer festigen, wobei er mehr durch Selbstsicherheit als durch Gewalt seine Stellung unterstreichen sollte.
Er ist jetzt sehr geneigt die eigene Ranghöhe zu verbessern, wenn das Leitbild versagt. Das beginnt damit, daß er sich weniger um die Wünsche seines Herrn kümmert, bereits gelernte Kommandos geflissentlich überhört, und so fordert er uns heraus. Wir werden dann gern böse und machen alles noch verkehrter - das steigert sich bis zu dem Tag, an dem uns der inzwischen erwachsene Hund direkt droht, oder uns raffiniert überrundet indem er sich zu einem Haustyrannen entwickelt.
Wenn der Herr als Rudelführer versagt, muß es der Hund werden, denn eine Familie ohne Anführer oder Haushaltungsvorstand darf es - zumindest in den Augen des Hundes - nicht geben !

